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Sequentielles Multihypothesen-Stichprobenverfahren (Verbisserhebung) (Sequential multihypothesis sampling method to determine browsing intensity)

Zur Bestimmung der Verbissbelastung in Verjüngungen wurden unterschiedliche Gefährdungsgrade über die Anteile verbissener Pflanzen definiert.

Zur Bestimmung der Verbissbelastung in Verjüngungen wurden unterschiedliche Gefährdungsgrade über die Anteile verbissener Pflanzen definiert. Dabei wird der Zusammenhang zwischen dem Anteil p an verbissenen Pflanzen und der Baumartenentwicklung dargestellt (s. Abb.).
Der Anteil p und damit der Gefährdungsgrad wurde bisher für die Hauptwirtschaftsbaumarten über eine Linientaxationsstichprobe mit festem Umfang von mindestens n = 32 Pflanzen bestimmt. Mit Hilfe eines sequentiellen Stichprobenplans soll der notwendige Stichprobenumfang, der zur Bestimmung des Gefährdungsgrades führt, auf unter 32 Elemente reduziert werden. Dabei wird bei vergleichbarer Aussageschärfe eine Rationalisierung des Verfahrens angestrebt.
Unter Berücksichtigung des zu Grunde liegenden Binomialprozesses (verbissen / nicht verbissen) wurde ein sequentielles Verfahren ausgewählt (nach ARMITAGE) und im Hinblick auf die Problemstellung angepasst (YULIANTY 2000; WUNN 2002). Der Test erlaubt eine Entscheidung für eine der drei folgenden Hypothesen: 

H1 : 0 < p ≤ a 
H2 : a < p ≤ b 
H3 : b < p < 1,
unter gegebenen Randbedingungen für die Fehler 1. und 2. Art αi und βi , i = 1,2,3, direkt für die Befundeinheit.
Dabei werden die Ergebnisse der sequentiell erhobenen Stichprobenelemente (verbissen / nicht verbissen) in ein Koordinatensystem (Erhebungsschema) eingetragen, in dem unterschiedliche Annahmebereiche für die drei Hypothesen abgebildet sind (s. Abb.).
Wird ein Bereich von dem Funktionsgraphen erreicht, stoppt das Verfahren mit Annahme der entsprechenden Hypothese.
Zur Fortführung des Projektes ist eine Weiterentwicklung und Erprobung der Praxistauglichkeit eines Taxationsverfahrens sowie die Überprüfung der Verfahrensanwendung für nicht voneinander unabhängige Stichprobenelemente (z.B. Klumpung) notwendig. 
Die Entwicklung des Verfahrens erfolgt in Zusammenarbeit mit der AG Franke (Fachbereich Mathematik der Universität Kaiserslautern). 

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Arbeitsgruppe Prof. Dr. Jürgen Franke
Zusätzliche Projektinformationen

Kontakt

Uwe Wunn, uwe.wunn(at)wald-rlp.de, Tel.: +49-6131-884-268-131