Biometrie - Zentrale Dienste

Abhängigkeit der Kronenzustandsentwicklung von Umwelteinflüssen unter besonderer Berücksichtigung der klimatischen Bedingungen (Dependence of the crown condition development on environmental influences with particular regard to the climatic conditions)

Kronenansprache auf einer Versuchsfläche

Im Rahmen des forstlichen Umweltmonitorings wird seit den 1980er Jahren der Zustand der Waldökosysteme in Rheinland-Pfalz über eine Vielzahl von physikalischen und chemischen Bodenparametern, Nähr- und Schadstoffgehalten in den Vegetationsorganen und Schätzwerten zum Nadel- und Blattverlust in den Baumkronen beschrieben. Verschieden Kronenparameter werden dabei als Weiser für den Gesundheitszustand angesehen.  Zudem werden Einflussfaktoren wie Luftschadstoffe und Witterungsdaten erhoben.
Bereits in einem 1996 abgeschlossenen Projekt (Block u. Wunn 1996) wurden die Daten der Waldzustandserhebung (WZE) 1989, der ersten Bodenzustandserhebung (BZE I) 1989 und der ersten Waldernährungserhebung (WEE I) 1988 genutzt, um mit Hilfe einer Kanonischen Korrelations- und Redundanzanalyse Beziehungen zwischen Bodenparametern, Nadelinhaltsstoffen und dem Kronenzustand zu beschreiben. Aus den Befunden wurden Hinweise auf Ursache-Wirkungsbeziehungen im Waldschadensgeschehen abgeleitet. So ergaben sich erstaunlich enge statistische Beziehungen zwischen Bodenkennwerten, die den Versauerungsstatus und den „Manganstatus“ beschreiben auf der einen Seite und den Nadelspiegelwerten sowie dem Nadelverlust auf der anderen Seite.
Durch die jährliche Fortführung der Kronenzustandserhebung, die Wiederholung und Ausweitung der BZE und WEE sowie die Kalkulation weiterer erklärender Variabler, wie insbesondere von Kennwerten zum Wasser- und Nährstoffhaushalt der WZE/BZE/WEE-Plots wurde die Datenbasis für auf die o. a. Zielsetzung ausgerichtete statistische Analysen erheblich verbessert. Auch sind neue Fragestellungen, insbesondere wie sich der im Zuge des Klimawandels veränderte Wasserhaushalt der Standorte auf die Baumvitalität auswirkt, hinzugekommen.  Zudem steht inzwischen eine deutlich erweiterte statistische Methodik zur Verfügung, die auch eine dynamische Betrachtung erlaubt (z.B. nicht nur Ist-Kronenzustand in einem Stichjahr sondern Zeitreihe der Kronenzustandsentwicklung als Zielgröße).

Das Projekt hat folgende Zielsetzungen:

1. Beschreibung (Bildung von Hypothesen) folgender Ursache – Wirkungsgefüge mit statistischen Methoden:
a) Luftschadstoffeinträge – Bodenversauerung – Nährstoffverarmung - Kronenschäden
b) Kalkung – Bodenrestauration – Kronenschäden
c) Stickstoffeintrag – N-Eutrophierung – Kronenschäden
d) Klimawandel – Trockenstress – Kronenschäden

2. Ableitung besonders aussagekräftiger Kennwerte für den Ökosystemzustand (Versauerung, N-Status, Nährstoffstatus, Sensitivität gegenüber Veränderungen im Wasserhaushalt) und von besonders „wirksamen“ Stresskennwerten.

Kontakt

Uwe Wunn, uwe.wunn(at)wald-rlp.de, Tel.: +49-6131-884-268-131