Wald und Wild - Ökologische Waldentwicklung

Untersuchungen zum Einfluss von Forstarbeiten und Jagdbetrieb auf sie sommerliche Raumnutzung von adultem Schwarzwild am Beispiel des Pfälzrwaldes.- Diplomarbeit an der Fakultät für Forst- und Umweltwissenschaften, Arbeitsbereich Wildtierökologie und (Influence of forestry and hunting on the summer habitat use of adult wild boar – a pilot study in the Palatinate Forest.-Diploma thesis, Institute for Forestry and Environmental Sciences, Department Wildlife Ecology and Management, Albert-Ludwigs-Univer)

Zur Verhaltensbeobachtung wurden einzelne Sauen mit Sendern markiert

Aufgabe der Diplomarbeit war die Ermittlung und Auswertung des Raumnutzungsverhaltens von Schwarzwild im Wildforschungsgebiet Pfälzerwald - insbesondere in Bezug auf menschliche Aktivitäten, die einer Fläche zugeordnet werden können, wie Forstarbeiten und sommerliche Bejagung. Hierzu wurden zwischen April und Ende August 2007 31 Stück Schwarzwild gefangen, von denen 5 Individuen mit GPS- Sendehalsbändern besendert werden konnten. In diesem Zeitraum wurden gleichzeitig Forstarbeiten, Ansitz- und Kirrungsaktivitäten im Forschungsgebiet aufgenommen und ausgewertet. Insgesamt konnten während des Untersuchungszeitraumes 392 Forstarbeiten, 144 Ansitze und 510 Kirrungsaktivitäten erfasst werden. Die GPS-Telemetrie der 5 Wildschweine ergab im Untersuchungszeitraum 6397 erfolgreiche Peilungen. Zu räumlichen Überschneidungen von Forstarbeiten auf der Fläche auf der auch Wildschweine geortet wurden kam es in 22 Fällen, auf Flächen auf denen Ansitze stattfanden kam es in 13 Fällen zu Überschneidungen. In 12 Fällen wurden Sendertiere auf einer Fläche geortet, auf der Kirrungsaktivitäten durchgeführt wurden. Es wurde die räumliche Überschneidung von Ortungen und Störungen auf einer Fläche in drei Vergleichszeiträumen (vor, während und nach einer Störung) untersucht. Die Ergebnisse wurden anhand der Raumnutzungsänderung des Schwarzwildes zwischen den drei Zeiträumen bewertet. 
Aus den Analysen ging hervor, dass sich die Tag- und Nachtaktivitäten des Schwarzwildes unterscheiden: Eine Fläche, die durch Forstarbeiten gestört wurde, wurde am Tag vom Schwarzwild gemieden, während sie in der Nacht genutzt wurde - jedoch nicht so stark wie in den Vergleichszeiträumen vor und nach einer Störung. Ansitze schienen die Raumnutzung des Schwarzwildes nachts wenig zu beeinflussen. Am Tag gab es wenige Ortungen in den Flächen, die durch Ansitze gestört wurden, deshalb konnte hierzu keine Aussage getroffen werden. Kirrungen hatten anscheinend nachts einen positiven Effekt auf das Schwarzwild. Vor allem dann, wenn eine Kirrung regelmäßig mit Futter bestückt wurde, konnte man eine Konzentration der Ortungen um die Fläche, auf der gekirrt wurde, beobachten. Nachdem die regelmäßigen Kirrungsaktivitäten eingestellt wurden, schien es eine Raumnutzungsänderung zu geben. Hier verlagerten sich die Anteile der Ortungen von der Fläche auf der gekirrt wurde, in andere Flächen. 

English Summary

Topic of the diploma thesis was to study and evaluate space use and movements of wild boar in a study area in the Palatinate Forest with respect to human activities which can be attributed to a certain area, like forestry and hunting. For this purpose, 31 wild boar were caught between April and end of August 2007. Of these, 5 individuals were equipped and monitored with GPS collars. During the whole study period, activities of forestry, hunting and baiting at baiting sites were recorded in the study area. In total, 392 forestry activities, 144 hunting activities from raised hides, and 510 baiting activities were recorded. Monitoring of the GPS-collared wild boar yielded 6397 successful locations. In 22 cases, the wild boar location points overlapped with areas in which forestry activities were carried out. Thirteen cases of hide hunting coincided with wild boar locations in the same area. Collared wild boar were located in areas where baiting sites were feeded in 12 cases. For further analysis, the spatial overlap between wild boar GPS locations and disturbance through human activities was studied in three reference periods (before, during, and after the disturbance). The results were evaluated on the basis of changes in space use of the wild boar between the three periods.
The analyses revealed that it has to be discriminated between day- and night- activity of the wild boar: an area which was disturbed via forestry activities, was avoided by the wild boar during the day, but frequented during the night, but less compared to the reference periods before and after the disturbance. Hide hunting during the night seemed only to have a weak influence on the behaviour of the wild boar. Due to lack of data for the daytime, no conclusions could be made on daily wild boar behaviour. Baiting sites obviously had a positive impact on the animals during the nights. Especially if a site was baited regularly, a accumulation of locations around the site was observed. After regular baiting was ceased, the occupancy of the area changed: the proportion of locations shifted to other areas. 

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Dr. Ulf Hohmann, ulf.hohmann(at)wald-rlp.de, Tel.: +49-6131-884-268-148