Waldnaturschutz - Ökologische Waldentwicklung

Erfassung von liegendem Totholz (Sampling method for coarse woody debris)

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Das im Rahmen einer Diplomarbeit (Roth 2003) entwickelte Stichprobenverfahren, die sog. "Linien-Intersekt-Stichprobe" (LIS) mit Winkelkorrektur zur Erhebung von liegendem Totholz auf großen Flächen, beruht auf der Wahrscheinlichkeit, mit der das auf einer konkreten Bezugsfläche verteilte liegende Totholz von ausgelegten Linien geschnitten wird. Die errechneten Totholzvolumina werden anschließend über Wahrscheinlichkeitsformeln auf ein Totholzvolumen pro Flächeneinheit (z.B. oder ha) hochgerechnet. Mit der Winkelkorrektur besteht erstmals die Möglichkeit, die Linien unabhängig von der Lage der Totholzstücke in beliebige Richtung auszulegen. Damit können die Linien ergonomisch günstig, D.h. hangparallel angeordnet werden. Bei Totholzabschnitten kann auf die Länge der einzelnen Totholzstücke verzichtet werden. Sie geht indirekt über die Wahrscheinlichkeit in die Berechnung ein. Die Qualität der Ergebnisse ist letztlich abhängig von der Anzahl der Treffer, die wiederum vom Totholzvolumen und der Gesamtlänge der Intersektlinien abhängt.

Die vorliegende Pilotstudie verfolgte zwei Hauptziele:

  • Erprobung der Linien-Intersekt-Stichprobe mit Winkelkorrektur zur stichprobenartigen Erfassung von liegendem Totholz auf einer "größeren" Fläche
  • Dokumentation des tatsächlich vorhandenen Totholzes

Als Testgebiet wurde der 2000 ha große Kondelwald im Forstamt Traben-Trarbach (vormals Wittlich) ausgewählt.

Die Auswertung ergab ein Schätzvolumen von im Mittel 22,5 Festmeter liegendes Totholz pro Hektar. Zusammen mit dem stehenden Totholz ergibt sich eine Gesamtmasse von 25,0 Festmeter pro Hektar Waldfläche.
In der Zusammenschau hat sich die angewandte Methode im Praxiseinsatz bewährt. Ein sinnvoller Einsatzbereich des Verfahrens könnte auch im Monitoring der Totholzentwicklung in einzelnen FFH-Lebensraumtypen liegen. Weitere Untersuchungen müssen dazu beitragen, praxisreife Empfehlungen für den Einsatz der LIS zu geben.

ROTH, A. (2003): Die Intersektstichprobe: Ein effizientes Verfahren zur Erfassung von liegendem Totholz? Diplomarbeit an der TU München, Wissenschaftszentrum Weihenstephan.

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Dr. Ulrich Matthes, ulrich.matthes(at)klimawandel-rlp.de, Tel.: +49-6131-884-268-153