Waldschutz - Waldmonitoring und Umweltvorsorge

Flecken im Buchenholz (Red spots in beech wood)

Im Buchenholz werden wiederholt rote bis rot-braune bzw. schwarze Flecke der Punkte beobachtet. Diese von internationalen Holzkäufern als „red spots“ bezeichneten Flecken können bei bestimmter Verwendung (z.B. Buchenschälfurnier) zu Absatzproblemen führen.

Symptomatik:
Typisch sind scharf abgegrenzte punktförmige Flecken. Diese weisen direkt nach dem Einschlag i.d.R eine rötliche Färbung auf („red spots“), verfärben sich jedoch unter Lufteinfluss bräunlich, in Ausnahmen bis hin zu nahezu schwarzer Färbung. Die Flecken treten im gesamten Stammbereich bis weit in die Kronenäste hinein auf. Kennzeichnend sind deutliche, meist bis zum Kambium reichende Jahrringeinbuchtungen, an deren inneren Ende sich der Fleck innerhalb des Jahrringes befindet. Sind zahlreiche Einbuchtungen vorhanden, können diese unter der Rinde als unregelmäßige längliche Vertiefungen sichtbar werden. 
Im Längsschnitt sind streifen- bis spindelförmige, bis zu 2cm lange Streifen erkennbar. 

Ursachen:
Die zu Beginn der Untersuchungen geprüfte Hypothese, dass im Zuge der Bodenversauerung freigesetztes Mangan als entscheidender Auslöser der Flecken fungiert, konnte so nicht bestätigt werden. So wurden weder in allen Flecken erhöhte Mangangehalte gefunden, noch waren auf allen Buchenstandorten mit hohen Mangangehalten Flecken im Buchenholz zu finden. Lediglich sehr dunkle/schwarze Flecken wiesen hohe Konzentrationen an Mangandioxid auf.
Auch Buchenwollschildlausbefall und Virenbefall scheiden wohl als alleinige Auslöser der Flecken aus.
Aktuelle durch die Universität Göttingen aufgestellte Hypothese: Möglicherweise können durch Buchenwollschildläuse eingeschleppte Bakterien zu Zellveränderungen führen. Die nachfolgende Braunfärbung erfolgt meist durch Phenole. An diesen können sich Manganionen anlagern, die bei Lufteintritt oxidieren und so zu der beobachteten Schwarzfärbung führen. 
Somit würde Mangan zwar nicht als Auslöser der Zellveränderungen fungieren, jedoch nachfolgend zu der von Käuferseite unerwünschten Schwarzfärbung der Flecken führen.
 
Veröffentlichungen: 

Kubiniok, J. und Gerber, C.: Untersuchungen zu Ursachen der Fleckenbildung in Buchenhölzern an rheinland-pfäzischen und saarländischen Standorten 

Fritz, E., Langenfeld-Heyser, R., Polle, A. und Pertercord, R.: Mangan im braunfleckigen Holz der Buche 
 
Beides erschienen in: 
Petercord, R. und Block, J. (2006 Hrsg.): Strategien zur Sicherung von Buchenwäldern. Mitteilungen aus der Forschungsanstalt für Waldökologie und Forstwirtschaft Rheinland-Pfalz Nr. 59/06. 

Kontakt

Hans-Werner Schröck, hans-werner.schroeck(at)wald-rlp.de, Tel.: +49-6131-884-268-122