Wald und Wild - Ökologische Waldentwicklung

Studie zur Schätzung der Bestandesdichte bei Wildschweinen mit Hilfe von DNA-Analysen auf der Grundlage nicht-invasiv gewonnener Gewebeproben (Invetigations on the population density of wild boar (Sus scrofa) based on DNA-analysis of non-invasive tissue samples)

Seit 1.8.2005 wird im Wildforschungsgebiet Pfälzerwald (Teil des Bioshpärenreservats Pfälzerwald-Nordvogesen) an einer neuen Methode zur Bestandesschätzung von Wildschweinen gearbeitet. Diese beruht auf dem klassischen Schätzprinzip eines Fang-Wiederfang-Experimentes (Capture-recapture-Methode) markierter Individuen. Allerdings sollen statt des üblichen und aufwendigen Fangs und der Markierung die Tiere mit Hilfe nicht-invasiv gewonnener Gewebeproben (Haare oder Kot) und einer anschließenden DNA-Analyse des Gewebes zu identifiziert werden.
Zunächst soll geklärt werden, ob eine Erfassung der Wildschweinepopulation über Haar- und/oder Kotproben möglich ist. Dazu wurden im Untersuchungsgebiet beköderte Haarbeprobungsstationen angelegt, die regelmäßig kontrolliert werden. Zudem wird untersucht, ob auch an Suhlen Haarproben gewonnen werden können. Die Analyse der jeweils gesammelten Haare soll zusammen mit Infrarot-Videoaufzeichnungen an Beprobungsstationen und Suhlen Aufschluss über den Erfassungsgrad der Population geben. Die Videoüberwachung dient zusätzlich dazu, die indidivuelle Erfassungswahrscheinlichkeit der Tiere abhängig von Alter, Geschlecht und Status innerhalb der Rotte zu ermitteln und gegebenenfalls die Beprobung daran anzupassen. Dies ist wichtig, da eine gleichmäßige Erfassung aller Populationsmitglieder Bedingung für eine erfolgreiche Anwendung der Fang-Wiederfang-Methode ist.
Die Gewinnung von Kotproben wird nach Vorversuchen in einem Wildgatter im Untersuchungsgebiet gestestet. Dabei gilt es zunächst, herauszufinden, ob ausreichend Kot über das Absuchen von Transekten oder durch gezieltes Sammeln an Kirrstellen o.ä. gefunden werden kann.
Zusätzlich zur Beprobung werden im Untersuchungsgebiet Wildschweine mit Sendern versehen, um ihre Bewegungen und die Größe ihrer Streifgebiete zu erfassen. Dies soll helfen, die optimale Dichte und Verteilung von Haarbeprobungsstationen und/oder Transekten zu bestimmen. Momentan werden 5 Keiler (3 Überläufer und zwei adulte Tiere) und eine Überläuferbache telemetrisch überwacht, es sollen aber weitere Tiere (v.a. adulte Bachen) mit Sendern versehen werden.

Weitere Links

Jahresbericht 2005 (PDF-Format, 48 KB)

A methodological approach for non-invasive sampling for population size estimates in wild boars (PDF-Format, 103 KB)

Foto Haarfänger (PDF-Format, 50 KB)

Detailansicht Drahtspule (PDF-Format, 33 KB)

Kontakt

Dr. Cornelia Ebert,cornelia.ebert(at)wald-rlp.de, Tel.: 49-6306-911-162