Ziel der Untersuchung ist, die energetische und wirtschaftliche Machbarkeit verschiedener dezentraler und zentraler Heizungsvarianten für das 17 ha große Neubaugebiet „Rosenstraße in Haßloch mit seinen 300 Wohneinheiten, die den Energieeinsparverordnungsstandard um mindestens 30 % unterbieten sollen, zu prüfen. Zu diesem Zweck entwerfen die Autoren ein 150 m² großes Musterhaus mit einem Wärmebedarf von ca. 40 kWhth. / m² * a, der sich mit einer 5 kWth.-Heizung decken ließe. Als Heizperiode definieren sie wegen des hohen Wärmedämmstandards lediglich die Zeit von Oktober bis März. Alle in Betracht gezogenen Heizsysteme basieren auf Niedertemperaturwärme und verwenden Flächenheizungen.

Den größten Strombedarf haben die Heizungen mit Wärmepumpen. Sie brauchen 15 bis 30 mal soviel Elektrizität wie die Nahwärmeheizung. Andererseits emittieren sie am wenigsten CO2, sofern sie mit Solarthermie und Photovoltaik kombiniert sind. Demgegenüber emittieren die dezentralen Erdgas-Brennwertthermen am meisten CO2. Die Varianten mit Holz als Brennstoff verursachen bei weitem die meisten NOx- und Feinstaubemissionen.
Die Nahwärme ist in dem Neubaugebiet nicht förderfähig, wenn der Dämmstandard wie geplant sehr hoch sein wird. Die günstigste Nahwärmevariante ist die Holzhackschnitzelfeuerung mit 10,2 ct / kWhel.. Solarflachkollektoren können Wärme zu ca. 43,4 ct / kWhth. bereit stellen. Die dynamische Amortisationszeit liegt für Flachkollektoren bei ca. 40 Jahren. Für Photovoltaikanlagen ließen sich 2007 ca. 4.100,- € / kWpeak anlegen, um bei 20 Jahren Amortisationszeit eine 7,5 %ige Rendite zu erreichen.

Insgesamt ist die Holzhackschnitzelnahwärme mit 21,5 ct / kWhth. zusammen mit den dezentralen Erdgas-Brennwertthermen (22,8 ct / kWhth.) die günstigste Wärmeversorgung. Dies liegt daran, dass sich hohe Investitionskosten, wie sie Wärmepumpen, Solarthermie und Holzpelletheizungen erfordern, nur dann rechnen, wenn sie auf eine hohe Auslastung treffen. Hohe Dämmstandards verhindern bei dezentralen Anlagen eine solche Auslastung.

 

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Dr. Stefan Seegmüller, stefan.seegmueller(at)wald-rlp.de, Tel.: 49-6306-911-127