Hintergrund der Untersuchung war, dass die Ölheizung einer Mehrzweckhalle in Kempenich sanierungsbedürftig ist. Um diese Situation für mehr Klimaschutz zu nutzen, war es das Ziel dieser Studie, die Bereitschaft der Anlieger für ein Biomasse-Nahwärmesystem zu evaluieren und ein entsprechendes Netz zu entwerfen.

Zu diesem Zweck haben die Autoren die größeren Wärmeverbraucher im Umgriff der Mehrzweckhalle befragt und den Wärmebedarf der kleineren qualifiziert geschätzt. Sie stellen unter den großen Wärmeverbrauchern eine große Bereitschaft für eine Biomasse-Nahwärme fest. Ein Versorgungsnetz für diese Anlieger würde bei einer Trassenlänge von ca. 1.000 m jährlich über 1.400 MWhth. bei einer Maximalleistung von über 700 kWth. liefern. Würden sich die Trassenanlieger mit geringerem Wärmebedarf an das Netz anschließen, so verdoppelten sich Wärmeabsatz und Leistung in etwa.
Im vorliegenden Fall, der für mittelgroße Gemeinden in Rheinland-Pfalz typisch sein dürfte, würde das Nahwärmenetz ohne die Kleinabnehmer nicht KfW-gefördert, weil es die Anschlussdichte von 1,5 MWhth. / m * a nicht erreicht. Schlössen sich sämtliche Anlieger der Initiative an, so wäre eine KfW-Förderung möglich. Außerdem ließen sich in beträchtlichem Umfang CO2-Zertifikate verkaufen. Besonders unter diesen Umständen wäre eine Holzhackschnitzel-Nahwärme trotz der beträchtlichen Investitionen günstiger als dezentrale neue Ölheizungen. Demgegenüber schneidet die Holzpellet-Nahwärme etwas ungünstiger ab.

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Dr. Stefan Seegmüller, stefan.seegmueller(at)wald-rlp.de, Tel.: 49-6306-911-127