Ziel des Vorhabens war es, die Nahwärmeversorgung auf dem Landesgartenschaugelände im Rheinpark in Bingen für bis zu 25 Häuser à 6 Wohneiheiten mit Holz oder Wärmepumpen alternativ zu dezentralen Gasheizungen zu prüfen. Außerdem wurden die Einsatzmöglichkeiten für Solarthermie und Photovoltaik geschätzt.
Die dezentralen Gasheizungen werden knapp 450 t CO2 emittieren. Davon könnte eine Holzheizung fast 70 % einsparen, während die Wärmepumpen etwa die Hälfte CO2 einsparen würden. Wirtschaftlich am günstigsten wäre eine Holzhackschnitzel-Nahwärme (Wärmepreis 7,4 ct / kWhth.) und am teuersten eine Gaswärmepumpe mit Rheinwasser (22,1 ct / kWhth.). Gaswärmepumpen hätten Jahresarbeitszahlen von unter 2,5, einschließlich Brauchwarmwasserbereitung sogar von 1,5 und weniger.
Damit Gas für den Rheinpark günstiger als Holz wird, müsste es um ein Viertel billiger als im Frühjahr 2006 sein, während sich die Holzpreise verdoppeln müssten. Wenn sich die Holzpreise verdoppeln, könnten Grundwasserwärmepumpen die Wärme billiger liefern, vorausgesetzt die Strom- und Gaspreise ändern sich nicht. Bei stabilen Holzpreisen dagegen ist selbst dann noch alles andere deutlich teurer, wenn Strom- und Gaspreise um die Hälfte verfallen sollten.
Die Brauchwarmwassererwärmung auf den Flachdächern der geplanten Häuser würde sich selbst mit einer Holz-Nahwärme lohnen (Wärmepreis 6,5 ct / kWhth.). Solarthermie auf den Flachdächern zur Heizungsunterstützung wäre in Verbindung mit den dezentralen Gasthermen vorteilhaft. Fassadenanlagen wären lediglich für die Wärmepumpen eine wirtschaftliche Verbesserung. Photovoltaikanlagen auf den Flachdächern könnten je Haus 5 kWpeak leisten und einen Ertrag von 4.250 kWhel. / a bringen. Diese Anlagen dürften sich in 20 Jahren amortisiert haben. Im Gegensatz dazu werden Fassadenanlagen wohl auch in 20 Jahren noch keinen Gewinn abwerfen.

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Dr. Stefan Seegmüller, stefan.seegmueller(at)wald-rlp.de, Tel.: +49-6306-911 127