Waldökosysteme spielen wegen ihrer erheblichen Kohlenstoffspeicherung eine wichtige Rolle im Klimaschutz. Organisch gebundener Kohlenstoff kommt in den Wäldern im aufwachsenden Waldbestand, im Totholz, in der Bodenvegetation, in der Humusauflage und im Mineralboden vor. Die Verteilung und Verfügbarkeit des organischen Kohlenstoffs ist für viele Prozesse und Funktionen wie beispielsweise die Nährstoffbereitstellung und das Wasserspeichervermögen von zentraler Bedeutung.
Lange Zeit wurden die Kohlenstoffvorräte der Wälder durch Rodung, großflächige Kahlschläge, Waldverwüstung und übermäßigen Biomasseexport reduziert. Durch den Übergang zu einer humuspfleglichen naturnahen Waldbewirtschaftung, unterstützt durch eine steigende Verfügbarkeit an Stickstoff und CO2, dürfte inzwischen eine Trendwende in der Kohlenstoffspeicherung erzielt worden sein. Allerdings bestehen nach wie vor erhebliche Kenntnislücken, wie sich Veränderungen in den Umweltbedingungen, insbesondere der Temperatur- und Niederschlagsverhältnisse, zunehmende Störungen durch klimatische Extremereignisse und Insektenkalamitäten und auch Veränderungen in der chemischen Umwelt beispielsweise durch überhöhte Stickstoff- und Säureeinträge langfristig auf die Kohlenstoffspeicherung auswirken.
Da bei diesen Wissenslücken Vorhersagen zur künftigen Entwicklung der Kohlenstoffspeicherung nur sehr eingeschränkt möglich sind, ist ein Monitoring der Kohlenstoffspeicherung in den verschiedenen Ökosystemkompartimenten unerlässlich. Auf den Dauerbeobachtungsflächen des forstlichen Umweltmonitorings und bei der Bodenzustandserhebung werden Kohlenstoffgehalte und -vorräte in der Humusauflage und im Mineralboden in definierten Intervallen erfasst.