Wald und Wild - Ökologische Waldentwicklung

Eine Pilotstudie zum Stand der Etablierung des Waschbären (Procyon lotor L., 1758) in Rheinland-Pfalz

Die erste in Rheinland-Pfalz besenderte und markierte Waschbärin mit Nachwuchs auf Streifzug in Trippstadt; Bild: M.Hiery

Der amerikanische Waschbär wurde vor etwa 80 Jahren in Europa am Edersee in Nordhessen erstmals ausgesetzt. Seither hat dieser Raubsäuger, der zu Familie der Kleinbären gehört, sein Verbreitungsareal stetig ausgeweitet und sich als Faunenelement von Laubwaldgebieten aber auch von menschlichen Siedlungsräumen in Deutschland und weiten Teilen Europas fest etabliert. 

Schwerpunkt der europäischen Verbreitung ist nach wie vor Hessen, wo letztes Jagdjahr ca. 14.000 Bären erlegt und über 800 als Verkehrsopfer gemeldet wurden. Der Gesamtbestand in Europa dürfte bereits in die Millionen gehen. In Rheinland-Pfalz deuten jedoch die noch geringen und weitverstreuten Erlegungszahlen (Jagdjahr 2009/2010 = 39) auf eine vergleichweise dünne und junge Besiedlung hin. Dabei sind Herkunft und Etablierung der lokalen und kleinen Vorkommen meist unbekannt, zumal viele offenbar keine direkte Verbindung zu den Hauptvorkommensgebieten in Hessen haben.

In dieser Pilotstudie möchten wir Einzeltiere fangen und ihr Verhalten mit Hilfe von Funkhalsbandsender beobachten, um mehr über die initialen Schritte der Besiedlung in der Anfangsphase zu lernen. 
Erste Ergebnisse lassen darauf schließen, dass ausgesetzte oder entkommene Tiere aus Gehegehaltungen einen bedeutsamen Einfluss in diesem Prozess  haben könnten.
Zur Auswahl der Fallenstandorte und zur Dokumentation der Ausbreitung des Waschbären in Rheinland-Pfalz sind wir auf Meldungen angewiesen. Falls auch Ihnen eine Sichtung bekannt ist, würde ich mich sehr über eine Mitteilung freuen.

Kontakt

Mara Sandrini, mara.sandrini(at)wald-rlp.de, Tel.: 49-6306-911-162