Waldwirtschaft - Nachhaltige Waldbewirtschaftung

Populationsdynamik von Muffelwild (Mufflon population dynamics)

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Problemlage:
Das "Schalenauswachsen" als allgemeine Umschreibung eines pathologischen Komplexes greift in den letzten Jahren, auch im Donnersberggebiet, um sich. Um möglichen Beziehungen zwischen Wilddichte und Krankheitsgeschehen nachzugehen, wurde versucht, auf der Basis von Abgangsstatistiken die Entwicklung und den gegenwärtigen Bestand der Muffelwildpopulation einzuschätzen.

 

Material und Methoden:
Grundlage für die Untersuchungen bilden nach Alter und Geschlecht gegliederte Abgangsstatistiken (Abschuss und Fallwild) für die Jagdjahre von 1980/81 bis 1999/2000. Wegen Lücken in den Altersdaten war es erforderlich, Mindestalter als Schätzwerte einzusetzen.
Für den weiteren Verlauf der Untersuchung wurde ein Maximalalter von 9 Jahren angenommen und die Bestandesentwicklung bis zum Jagdjahr 1991/92 nachgezeichnet. Aus diesen Ergebnissen wurden das Zuwachsprozent und das Geschlechtsverhältnis des Zuwachses ( Widderlämmer im Verhältnis zu Schaflämmern) errechnet. Da beide, für die Populationsdynamik ganz wesentlichen Parameter von Jahr zu Jahr sehr stark schwankten und die Variation der Werte keine unmittelbaren Gesetzmäßigkeiten erkennen ließ, waren die Voraussetzungen für eine gezielte Simulation der weiteren Populationsentwicklung nicht gegeben. Darüber hinaus wurde die Abgangsstatistik hypothetisch über das Jagdjahr 1999/2000 hinaus bis zum Jagdjahr 2005/06 mit dem Mittel der Jahre 1995/96 bis 1999/2000 verlängert und die Populationsentwicklung bis 1997/98 fortgeschrieben.

Ergebnisse:
Die durch vollständige Rückrechnung ermittelte Bestandesentwicklung für den Gesamtbestand sowie für männliches und weibliches Wild ist der nebenstehenden Abbildung zu entnehmen. Der Bestand ist ein Mindestbestand wegen übersehenem Fallwild, Verwendung von Mindestaltern bei Fallwild, erlegtem Wild so wie Verwendung reduzierter Höchstalter.
Das Zuwachsprozent schwankt periodisch sehr stark, weicht in seiner Höhe allerdings deutlich von der in der Literatur genannten Größe nach oben ab.
Das Geschlechtsverhältnis des Zuwachses liegt über den gesamten Zeitraum der Analyse hinweg gemittelt bei 1.0 und damit in plausiblen Größen. Die erheblichen jährlichen Schwankungen dürften sich durch die relativ kleine Population erklären lassen, in den Besonderheiten einzelner Jahre unmittelbar durchschlagen

English Summary

Summary in English
Stand dynamics of a mufflon population in the Donnersberg region was estimated based on time series of data on annual harvests and losses. Due to partially missing data on age distribution of harvest and losses only a minimal level of population size was calculated. The lack of data caused also inconsistencies in the estimates of increment rates.

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Kontakt

Prof. Dr. Axel Roeder, axel.roeder(at)wald-rlp.de, Tel.: 49-6306-911-110