Waldwirtschaft - Nachhaltige Waldbewirtschaftung

Waldwachstumskundliche Birken-Weiserflächen (Bearch growth and yield indicator plots)

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Die Sandbirke spielt im Pfälzerwald bis in jüngste Zeit eine unbedeutende Rolle. Auf den Kulturen wurde die Birke bei den Jungwuchs- und Jungbestandspflegen als lästige oder gar schädliche Konkurrenzbaumart betrachtet und meist radikal entfernt. Mit der Einführung des naturnahen Waldbaus beginnen sich aus ökologischen und ökonomischen Gründen die Auffassungen zu wandeln. Heute wird die Birke, wenn sie nicht in übermäßig hoher Zahl vorhanden ist, als erträglich und vielleicht sogar als förderlich zur Erreichung des Wirtschaftszieles angesehen (LEDER, 1992). 
Die Birke ist eine Pionierbaumart, die besonders gutes Wachstum auf frischen und nährstoffreichen Standorten erreicht. Vom Holzwert kann die Sandbirke durchaus mit den meisten anderen Laubbaumarten mithalten. Geradschaftiges, starkes Birkenholz erzielt Preise, die 1000 DM/fm übersteigen können. Damit ist die Birke eine interessante Bereicherung der waldbaulichen und wirtschaftlichen Möglichkeiten für die Forstwirtschaft, die auch in naturnahe Wirtschaftswälder integriert werden kann (KLEINSCHMIT, 1998).
Da im Pfälzerwald keine wissenschaftlichen Untersuchungen über das Wachstum der Birke vorhanden sind, wurde im Jahr 1985 im Forstamt Elmstein (heute Johanniskreuz) eine Fläche von 1,9 ha mit Birke begründet. Die 1-jährigen Sämlingen (60-80 cm) waren aus qualitativ hochwertigem Saatgut der Abteilung für Forstpflanzenzüchtung der Niedersächsischen Forstlichen Versuchsanstalt. Zur langfristigen Beobachtung des Wachstums der Birken wurden im Winter 1997/98 drei Weiserflächen angelegt. Zwei Weiserflächen wurden in Form einer Auslesedurchforstung behandelt. Eine Weiserfläche bleibt als Nullfläche. Auf allen drei Weiserflächen wurden 150 Z-Bäume/ha ausgewählt und auf den Weiserflächen mit Auslesedurchforstung wurden die Z-Bäume freigestellt und auf 6 m geastet. Waldwachstumskundliche Aufnahmen wurden 1997, 2002, 2007 und 2012 durchgeführt und waren jeweils mit einer Durchforstung gekoppelt. 

Kontakt

Michael Muth, michael.muth(at)wald-rlp.de, Tel.: +49-6131-884-268-114