Waldwirtschaft - Nachhaltige Waldbewirtschaftung

Vergleichender Anbau zweier Pappelklone auf Grenzertragsstandorten der Vorderpfalz (Comparative cultivation of two poplar clones on marginal sites in the Palatinate)

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Die Nachfrage nach Holz zur energetischen Verwertung hat in den letzten Jahren stark zugenommen, wobei zunehmend die Anlage von Plantagen mit schnellwachsenden Hölzern auf landwirtschaftlichen Flächen diskutiert wird. Aus Klima- und Umweltsicht hat die direkte energetische Verwertung dieser Hölzer Vorteile. Für den Landschafts- und Stoffhaushalt sind neben positiven Effekten möglicherweise auch negative Auswirkungen dieser Bewirtschaftungsart zu berücksichtigen. Besonderes Augenmerk gilt dabei der Frage, ob der Anbau schnellwachsender Hölzer auch auf sogenannten landwirtschaftlichen „Grenzertragsstandorten“ sowohl ökonomisch als auch ökologisch zu vertreten ist. In einem gemeinsamen Forschungsprojekt der Landwirtschaftlichen Untersuchungs- und Forschungsanstalt (LUFA) Speyer und der Forschungsanstalt für Waldökologie und Forstwirtschaft Rheinland-Pfalz (FAWF) Trippstadt soll diese Frage langfristig bearbeitet werden. Die Untersuchungen wurden auf dem Versuchsfeld „Rinkenbergerhof“ der LUFA Speyer durchgeführt. Der Versuchsstandort liegt im Oberrheingraben nördlich von Speyer. Bei den Böden handelt es sich um Braunerden bis Pseudogley-Braunerden aus Terrassensanden des Rheins und des Speyerbaches mit einer Ackerzahl von etwa 25. Der Humusgehalt des Bodens liegt bei 1 bis 1,5 %. Die nutzbare Feldkapazität beträgt etwa 10 %. Im langjährigen Mittel fallen knapp 600 mm Jahresniederschlag, die durchschnittliche Jahrestemperatur beträgt etwa 10,0 °C. Die Gesamtfläche beträgt 0,56 ha. 

Zwei Pappelsorten („Androscoggin“ sowie Muhle-Larsen“) wurden im April 2009 im reihenweisen Wechsel angepflanzt (Handsteckung im Verband 2 x 0,8 m, jeweils 4 Reihen je Sorte). Nach jeder Rotation (ca. 5-7 Jahre, Zieldurchmesser ca. 14 cm) wird die Trockenmasseproduktion bestimmt. Es wurden Sickerwassermessstellen zu dessen Analyse sowie Tensiometer zur Bestimmung der Bodensaugspannung und damit zur Erfassung des Bodenwasserhaushalts eingebaut. Die Elementeinträge werden mit dem Freilandniederschlag ermittelt und die klimatischen Messgrößen (Luft- und Bodentemperatur, Luftfeuchte, Niederschlag, Windstärke, Strahlung) werden an der Wetterstation der LUFA routinemäßig ermittelt. Erste Erhebungen zeigen eine leichte Wuchsüberlegenheit der Androscoggin. 
Die Messungen zu Elementeinträgen und Sickerwasserkonzentrationen sollen über einen Zeitraum von bis zu drei Rotationen durchgeführt werden. Des Weiteren ist die Implementierung eines Bodenwasserhaushaltsmodells vorgesehen. Nach drei Rotationen kann eine umfassende Auswertung zur ökonomischen und ökologischen Nachhaltigkeit des Anbaus schnellwachsender Hölzer auf diesen Grenzertragsstandort erfolgen. 

English Summary

The demand for wood is more and more increasing, especially for energy recovery. One option to raise the quantity of fuel wood is the cultivation of fast-growing trees, i.e. poplars, in short rotation coppice on agricultural farmland. The growth of two poplar clones, "Androscoggin" and "Muhle-Larsen", are compared. Both, the meaning of economics and of ecology, particularly with regard to the hydrological balance, are investigated. 

Kontakt

Dr. Hubert Fischer, hubert.fischer(at)wald-rlp.de, Tel.: 49-6306-911-170