Wald und Wild - Ökologische Waldentwicklung

Winterhabitatnutzung dreier subadulter, männlicher Wildschweine (Sus scrofa L.) im Pfälzerwald.- Diplomarbeit an der Fakultät für Forst- und Umweltwissenschaften, Arbeitsbereich Wildtierökologie und Wildtiermanagement, Albert-Ludwigs- Universität Fr (Winter habitat use of three subadult male wild boar (Sus scrofa L.) in the Palatinate Forest.- Diploma thesis, Institute for Forestry and Environmental Sciences, Department Wildlife Ecology and Management, Albert-Ludwigs-University Freiburg; Submitted by )

In dieser Diplomarbeit wurde untersucht, welche Lebensraumtypen Wildschweine im Winter im Pfälzerwald nutzten und wie groß der Einfluss einzelner Parameter auf die Habitatwahl war. Zur Beantwortung dieser Fragen wurden im Wildforschungsgebiet Pfälzerwald Wildschweine in Fallen gefangen, besendert und insgesamt vom 21.01. - 09.04.2006 telemetrisch überwacht.
Drei männliche, subadulte Wildschweine (ein Frischling und zwei Überläufer) konnten über einen Zeitraum von 4 - 10,5 Wochen beobachtet werden. Telemetriert wurde vom Auto aus nach der Methode der Triangulation. Aus den ermittelten Aufenthaltsorten wurden die Streifgebiete („home ranges“) als Minimum-Konvex-Polygone abgebildet. Die Streifgebiete waren 934 ha, 243 ha und 494 ha groß.
Für die Analyse der Habitatnutzung standen neben den selbst ermittelten Aufenthaltsorten der drei Wildschweine Forsteinrichtungsdaten für das entsprechende Gebiet und ein digitales
Höhenmodell von Rheinland-Pfalz zur Verfügung. Somit konnten für jede Lokalisation Parameter wie Baumart, Alter der Baumarten in zwei Altersgruppen, Höhe, Hangneigung und Exposition betrachtet werden. Dabei zeigte sich, dass Exposition und Hangneigung sowohl auf die Tages- wie auf die Nachthabitatnutzung einen Einfluss haben: Südwesthänge wurden gemieden und steilere Hänge wurden bevorzugt. Es wird vermutet, dass dies durch die Hauptwindrichtung aus Südwest und vermehrter Blocküberlagerung an steilen Hängen begründet ist. Als Deckung bietende Tageseinstände wurden jüngere Fichtenbestände bevorzugt. In Bezug auf die Nachthabitatnutzung hatte die Bevorzugung von älteren Eichen- und Buchenbeständen den größten Stellenwert und dient hauptsächlich der Nahrungsaufnahme.
Die hier beschriebene Studie stellt für das untersuchte Gebiet eine Pilotstudie dar. Für zukünftige Habitatnutzungsanalysen wird eine selbst durchgeführte Kartierung der relevanten Flächen empfohlen, um eine genauere Auflösung der Datengrundlage zu ermöglichen. Weiterhin sollte die Anzahl der beobachteten Individuen größer sein sowie aus unterschiedlichen Altersklassen und aus beiden Geschlechtern bestehen, um eine allgemeine Aussage über Wildschweine im Untersuchungsgebiet treffen zu können.

English Summary

The aim of this diploma thesis was to study which habitat types are preferred by wild boar during winter in the Palatinate Forest, and to determine the impact of different parameters on habitat choice. To address these questions, wild boar were caught in cage traps in the study area, equipped with VHF- ear tag transmitters and observed via telemetry between 21.1. and 09.04.2009. Three male subadult animals were located regularly during periods of 4 to 10.5 weeks. Locations were obtained by triangulation using a car with a mounted antenna. Location data were used to calculate minimum convex polygon home ranges. The home range areas of the 3 wild boar were 934 ha, 243 ha and 494 ha, respectively.
For analysis of habitat use, the telemetry locations were compared with data from detailed forestry maps and with a digital elevation model. Thus, for each location parameters like tree species, age class of the different tree species, elevation, inclination and exposition were available for comparison. The analysis of these data revealed that both exposition and inclination influenced day- and night- habitat use: southwest- slopes were avoided by the wild boar and steeper slopes were preferred. Reasons for these findings may be that the prevailing wind comes from southwest and that there is more block overlay at steeper slopes. Young spruce stands were preferred as daily resting places which provide cover. As nightly foraging habitat, older oak and beech stands were used more frequently.  
The study described here represents a pilot study fort this area. For further work in the future, we recommend a self-made mapping of the relevant areas in order to obtain a finer grained data base for studying habitat use. Furthermore, the number of monitored individuals should be considerably greater and include individuals of different age classes and of both sexes. This could allow more general conclusions concerning the behaviour of wild boar in our study area.

Weitere Links

Diplomarbeit von Katharina Berger (PDF; 744 KB)

Kontakt

Dr. Ulf Hohmann, ulf.hohmann(at)wald-rlp.de, Tel.: +49-6131-884-268-148