Wald und Wild - Ökologische Waldentwicklung

Das Wildforschungsgebiet "Pfälzerwald" im Biosphärenreservat Pfälzerwald -Voges du Nord

Mit Einrichtung eines wildökologischen Forschungsgebietes im Biosphärenreservat Pfälzerwald-Nordvogesen Ende 2004 wurde die Forschungsanstalt für Waldökologie und Forstwirtschaft vom Ministerium für Umwelt und Forsten mit der Umsetzung und dem Beginn der Forschungstätigkeit beauftragt.
Das Forschungsgebiet umfasst eine Größe von über 10.000 ha und liegt überwiegend im Staatswald des Forstamtes Hinterweidenthal (Abbildung Messwerte).

Schutz durch Nutzung
Biosphärenreservate sind Modellregionen, in denen getreu dem Prinzip "Schutz durch Nutzung" nachhaltige und ökologisch tragfähige Formen der Landnutzung unter Einbeziehung aller Interessensgruppen entwickelt und erprobt werden sollen. Dieser Prozess beinhaltet auch Forschung und Monitoring http://www.bfn.de/0308_bios.html.
Biosphärenreservate gliedern sich in verschiedene Zonen http://www.bfn.de/0308_zonen.html.
Von jagdlich außergewöhnlicher Bedeutung sind dabei sicher die vom Menschen definitionsgemäß ungestörten Kernzonen, die vor allem bei nennenswerter Flächenausdehnung zwangsläufig Auswirkungen auf das Verhalten des Wildes und den Umfang bzw. den Inhalt der Jagdnutzung haben.
Die größte dieser Kernzonen im Biosphärenreservat Naturpark Pfälzerwald, das "Quellgebiet der Wieslauter", liegt mit rund 2.400 ha inmitten des neuen Forschungsgebietes.

Schalenwildmanagement in Kernzonen
Da es in Deutschland an einem auf empirisch-wissenschaftlicher Grundlage konzipierten Schalenwildmanagement vor allem in Bezug auf den Umgang mit Schalenwild in größeren Sukzessionsgebieten wie etwa den Kernzonen von Biosphärenreservaten fehlt, erschien die Einrichtung eines solchen Forschungsgebietes nicht nur zweckmäßig, sondern auch als ausgesprochen chancenreich. Dies insbesondere mit Blick auf einen fundierten Erkenntnisgewinn zur Frage des Einflusses verschiedenen Lebensraumparameter auf Verteilung und Dichte von Schalenwildpopulationen. Im besonderen Focus steht dabei künftig das Rotwild, da es einem besonderen Spannungsfeld der potenziell widerstreitenden Interessen (Tier- und Artenschutz, Land- und Forstwirtschaft, Jagd) unterliegt. Wichtig war daher auch, neben der großen Kernzone auch Teile des Rotwildkerngebietes und des Rotwildrandgebietes in das Forschungsgebiet zu integrieren.

Forschungsansatz, Forschungsfragen
Die Wechselwirkungen von Wild und Lebensraum sollen wissenschaftlich-empirisch im rahmen eine Monitorings erfasst und ausgewertet werden. Hierzu werden innerhalb der nächsten Jahre die Populationsstruktur, der Verteilung und Dichte des Schalenwildes erfasst sowie eine Bewertung des Lebensraumes vorgenommen. Danach soll durch eine gezielte Änderung bestimmter Parameter der Einfluss auf die Populationsstruktur untersucht werden.

Weitere Links

Kartenübersicht (PDF-Format; 35 KB)

Detailkarte (PDF-Format; 36 KB)

Kontakt

Dr. Ulf Hohmann, ulf.hohmann(at)wald-rlp.de, Tel.: +49-6131-884-268-148