Waldwirtschaft - Nachhaltige Waldbewirtschaftung

Einleitung eines "Genetischen Monitorings" in Naturwaldreservaten (Initiating a 'Genetic Monitoring' in nature forest reserves)

Das Genetische Monitoring verfolgt das Ziel, räumliche und zeitliche Veränderungen genetischer Strukturen von Waldbaumarten insbesondere auf der Populationsebene zu erfassen. Die Ergebnisse eines solchen Monitorings sollen der Forstwirtschaft sowie dem Natur- und Artenschutz als Entscheidungshilfe bei der Erhaltung der genetischen Ressourcen und ihrer nachhaltigen Nutzung dienen.
Unter genetischem Monitoring wird soweit die periodische, stichpunktartige oder flächenweise Aufnahme von genetischen Strukturen mit Hilfe geeigneter Marker verstanden.

 

Ein solches genetisches Monitoring war 1998 in Rheinland-Pfalz erstmals an der Baumart Buche (Fagus sylvatica) in den Kernflächen des NWR Himbeerberg sowie des benachbarten bewirtschafteten Vergleichsbestands eingeleitet worden. Die seitdem mit geeigneten Isoenzym-Genmarkern kontinuierlich durchgeführte genetische Grundaufnahme wurde 2001 abgeschlossen.

 

Mit diesem Projekt soll folgenden Zielsetzungen nachgegangen werden:

  1. auf der Basis einer genetischen Inventur der in den Kernflächen von NWR und Vergleichsbestand stockenden Buchenvorkommen in zukünftigen Aufnahmen mögliche Unterschiede zwischen dem sich selbst überlassenen NWR-Bestand und vom Menschen durch Bewirtschaftung beeinflussten Vergleichsbestands aufzuzeigen;
  2. die Weitergabe genetischer Informationen vom Altbestand auf die Naturverjüngung zu erfassen und
  3. unterschiedliche Abläufe der Selektion in Naturverjüngungen eines sich eigendynamisch entwickelnden Bestands und des bewirtschafteten Vergleichsbestands zu verfolgen.

Erste Befunde auf der Grundlage dieser Grundaufnahme (Vollaufnahme der knapp 400 Altbäume, Probekreise in der Naturverjüngung mit ca. 4.500 Buchen) sind:

  1. Die Buchen (Altbäume und Naturverjüngung) im NWR und Vergleichsbestand gehören derselben genetischen Grundgesamtheit an.
  2. Hingegen ergibt sich eine deutliche genetische Differenzierung zwischen den untersuchten Probekreisen der Naturverjüngung, in denen sich eindeutige Familienstrukturen widerspiegeln.

Die Folgeaufnahmen werden zum gegebenen Zeitpunkt durchgeführt.

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Kontakt

Dr. Werner Maurer, werner.maurer(at)wald-rlp.de, Tel.: 49-6306-911-134